Depressionen

Depressivität ist nahezu eine „Volkskrankheit“, denn jeder Vierte erlebt einmal im Leben eine depressive Phase. Oft wird sie von Hausärzten nicht erkannt, so dass sich die Menschen lange quälen, wenn sie ohne die richtigen Medikamente oder psychotherapeutische Hilfe bleiben.

Depressive haben oftmals Gefühle von Bedrücktheit, Gehemmtheit und Pessimismus. Es sind manchmal stille, kontaktarme Menschen mit Zukunftsängsten, Weltschmerz oder Dauerjammern. Sie können stark aggressionsgehemmt sein und schlucken negative Gefühle lieber herunter bis hin zur Selbstschädigung (Magen- oder Herzprobleme, Bluthochdruck, Suizid usw.) als sich ihnen zu stellen und kreativ und kraftvoll damit umzugehen.

Endoreaktive Depressionen entstehen aufgrund von schmerzhaften Erlebnissen (Tod, Krankheit, Trauma), andere haben körperliche bzw. hirnorganischen Ursachen, was unbedingt ärztlich abgeklärt werden muss.

Besonders depressive Neurosen (Persönlichkeitsstörung) basieren auf frühkindlichen Mangelsituationen und beinhalten oftmals eine „Geborgenheitsproblematik“. Sie können sich jedoch auch aufgrund zu starker Verwöhnung, Anklammerung oder Schonung im Kindesalter durch die Eltern entwickeln, zumal wenn dies eine „Autonomieproblematik“ nach sich gezogen hat.

Zu einer (manchmal lebenslangen) Haltung des Jammerns und Klagens kommt es, wenn ein Kind, welches emotional nicht satt geworden ist, sozusagen in der stillen Hoffnung stecken bleibt, dass irgendjemand es „nachnährt“, weil es sich schrecklich alleine, ungeborgen und hilflos fühlt. – Doch das können weder Partner/innen noch die eigenen Kinder, das kann der Erwachsene dem „inneren, hungrigen Kinder-Ich“ nur selbst nachträglich (in einer Therapie) geben. Indem er lernt, die erwachsene Verantwortung für das eigene Leben und die eigene Wut auf konkrete Dinge und (frühere sowie heutige) Personen wahrzunehmen und adäquat auszudrücken, um sie nicht schlucken zu müssen, was im Extrem bis zum Suizid, der höchsten Form von Aggression, führen kann.

Es ist auch wichtig, seine passiv-aggressiven Anteile zu erkennen (schweigen; aus-einer-Situation-gehen; missverstehen; rationalisieren; lästern; mobben usw.), um sie nicht „delegieren“ zu müssen bzw. um diese Aggressionsformen bei anderen zu identifizieren. Erst dann kann man ihnen tatkräftig begegnen oder sich vor ihnen schützen.