Pensionierungs-Schock

Beratung vor und nach der Pensionierung / „Generation 60 plus“

ZITAT: „Je vollständiger das Leben ist, je mehr die kreativen Fähigkeiten verwirklicht worden sind, desto weniger fürchtet man den Tod…Die Menschen haben nicht vor dem Tod an sich Angst, sondern vor der Unvollständigkeit ihres Lebens,“ (Lisl Marburg Goodman, Psychotherapeutin, 1921-2009).

Nur wenige Situationen des Lebens ändern sich derart tiefgreifend wie diejenige vom Tag vor und dem Tag nach der Pensionierung, wenn mit einem Schlag die Arbeit, das bisherige soziale Umfeld, die Lebensstruktur sowie die oftmals jahrzehntealten, engen Beziehungen wegfallen.

Nach den drei ersten beruflichen Karriereschritten des „Aufstiegs“, der „Etablierung“ und der „Konsolidierung“ kommt mit dem Älterwerden oftmals als vierte Stufe der „Fall“ bzw. die Pensionierung wird derart negativ gewertet. Besonders für viele Männer ist es schwer zu verkraften, plötzlich ohne Position, Privilegien, Einfluss und Gestaltungsmöglichkeiten dazustehen. Viele haben sich nicht vorbereitet, gerade viele Entscheidungsträger und schwer arbeitende Menschen hatten gar keine Zeit und keine Kräfte, sich auf Hobbies einzustellen, Freundschaften zu pflegen und werden nun mit zu viel „leerer Zeit“ konfrontiert. Das kann zu Depressionen und narzisstischen Kränkungen, zu ehelichem Kräftemessen, zu Jammern und Klagen aufgrund von Sinnleere führen, was Krankheiten und beginnende Alterungsprobleme noch verschärfen.

Zudem steht oftmals die Problematik mit der Pflegebedürftigkeit der eigenen, hochbetagten Eltern an und damit die Auseinandersetzung auch mit dem eigenen Tod. Dazu gehören auch Gespräche in der Familie, die Regelungen des Testaments usw., was meist viele Schmerzen versursacht.

Wie alle lebensgeschichtlichen Übergangssituationen kann auch diese manchmal krisenhaft erlebt werden, zumal gerade in langjährigen Ehen sich neue Rollen erst allmählich herausbilden und kreativ gestaltet werden müssen bzw. Ehekrisen ausbrechen. All dies fällt manchen Menschen schwer auszuhalten, weswegen eine Beratung sinnvoll ist, um die verbleibenden Jahrzehnte positiv anzugehen, um eigene Ressourcen neu zu entdecken oder wiederzubeleben. Damit auch diese Phase des Lebens selbstwirksam und aktiv gestaltet werden

(dazu: Astrid von Friesen, Gerhard Wilke:
„Generationen-Wechsel: Normalität, Chance oder Konflikt? Für Familien, Therapeuten, Manager und Politiker“, 2016)