Schlafstörungen

Schlafstörungen

Viele Menschen (15 bis 20 Prozent der Bevölkerung) leiden heutzutage – zumindest zeitweilig – an behandlungsbedürftigen Schlafstörungen, weil unser Leben immer hektischer, die Freizeit verdichteter und Entspannungen seltener werden, u.a. wegen des ständig steigenden, privaten Medienkonsums (Handy, iPhone, kontinuierliche Erreichbarkeit) und die dadurch bedingten permanenten, mentalen Reizüberflutungen, was bereits bei kleinen Kindern festzustellen ist. Und auch schon bei ihnen zu Schlafstörungen und Schlafmangel mit folgender Reizbarkeit, Konzentrationsschwächen und fehlender Lernmotivation führen kann. Zudem sind fast alle psychischen Erkrankungen mit Schlafstörungen verknüpft. Natürlich gibt es auch physiologische Gründe bei neurologischen oder internistischen Erkrankungen, die abgeklärt werden müssen.

Gründe für Nicht-organische-Schlafstörungen könnten sein: Depressionen, Angststörungen, Herzphobien, affektive Störungen (manisch-depressive Erkrankungen), posttraumatische Belastungsstörungen, Burnout-Phänomene, Nikotin-, Alkohol-, Drogen- oder Medikamentenmissbrauch, Mediensucht usw.

Zunächst ist das gemeinsame Erarbeiten einer „Schlafhygiene“ notwendig, was ein mühsamer, aber absolut bedeutsamer Schritt ist und selten ohne Unterstützung eines Therapeuten dauerhaft gelingt. Die Patienten lernen, sich selbst mit regelmäßigen Zubettgeh- und Aufstehzeiten, regelmäßiger Bewegung und Suchtmittelverzicht wieder Ent-Spannung zu verschaffen sowie sich einen neuen Lebens- und Schlaf-Rhythmus anzutrainieren. Dies unterstütze ich u.a. mit Übungen der Progressiven Muskelentspannung nach Jacobsen, durch Phantasiereisen und Gedankenstopp-Übungen bei Grübeleien.

Auch die tieferliegenden Ängste müssen betrachtet und bearbeitet werden. Oftmals sind Schlafstörungen mit Ängsten vor dem Sterben, dem Tod oder mit schrecklichen, realen Erlebnissen verknüpft. Erst wenn diese Botschaften aus dem Unbewussten entziffern wurden, kann eine nachhaltige Veränderung eintreten. Auch generationenbergreifende, tief im Unbewussten schlummernde Botschaften können die Ursache sein.