Trauerbegleitung

Trauerbegleitung

Zitat: Das Leben ist „eine Partnerschaft nicht bloß zwischen denen, die leben, sondern zwischen denen, die leben, denen die tot sind, und denen, die erst geboren werden,“ (Edmund Burke, englischer Schriftsteller, 1729-1797)

Trauer ist eine spontane, normale, selbstverständliche Antwort unseres Organismus auf Verluste. Trauer ist keine Krankheit, kann aber krank machen!

Die traditionelle Auffassung des „ersten Trauerjahres“ hat sich bestätigt: Innerhalb dieses Zeitraumes gelten auch „un-normale“ Reaktionen als normal und sollten liebevoll bei sich selbst und anderen toleriert und akzeptiert werden.

Trauer ist abhängig vom Kulturkreis, der Nationalität, der Religion, der Persönlichkeit, der Beziehungsqualität, der Art des Todes, früheren Verlusten, dem aktuellen Gesundheitszustand, dem sozialen Umfeld, von parallel laufenden Krisen, dem Alter, Geschlecht, der beruflichen Position oder finanziellen Sorgen.

„Trauer ist eine Verlustreaktion, die kompliziert und schwer zu verstehen ist. Sie hat unendlich viele Ausdrucksmöglichkeiten: Weinen, Kummer, Schluchzen, Jammern, Erschöpfung, Apathie, Schweigen, Stöhnen, Schmerzschrei, Angst, Wut, Groll, Hadern, Grimm, Beschimpfung, Selbstbelügen, Ärger, Fluchen, Grübeln, Vorwürfe, Nachtragen, Resignieren, Hilflosigkeit, Hoffnungsverlust, Selbstaufgabe, Sichgehenlassen, Verzweiflung, Betäubtsein, Hass, Zärtlichkeit, Verzeihen, Verbittern, Flüchten, Triumph usw.“ (Canacakis).

Als körperliche Reaktionen können auftreten: Atmen- und Herzbeschwerden, Ganzkörperschmerzen, Muskelschwäche, Schlafstörungen, Infektionen, Angst, Depressionen, emotionale Taubheit, Unfallhäufigkeit, Suizidalität usw. Mehr als die Hälfte der Krebserkrankungen basieren auf „unerledigter Trauer“ und treten innerhalb von zwei Jahren nach dem Verlust vom Arbeitsplatz, einer Beziehung, einem Wohnort, der Gesundheit oder Heimat, von Illusionen, ungeborenen Kindern oder geliebten Menschen, also von tiefgreifenden Abschieden auf.

ZITAT: „Wer etwas lost lässt, hat zwei Hände frei,“ (Hellmut Walters, Schriftsteller, 1930-1985).

In der Therapie geht es darum, die sieben verschiedenen Trauerphasen zu betrachten und liebevoll zu begleiten, um Ängste zu mindern, um ihnen gemeinsam standzuhalten. Mir ist es wichtig, der Trauer „Raum und Zeit“ zu geben und bei der „Strukturierung“ des emotionalen Chaos zu helfen. Immer wieder muss die „Realität anerkannt“ und die Frage nach der „Entscheidung zum eigenen Leben“ gestellt werden. Dazu gehört es, auch „unakzeptable“ Gefühl wie Wut und Zorn bei sich selbst zu tolerieren. Den „Verlust mit allen Aspekten“ zu bewerten, die Toten bzw. die entschwundenen Situationen mit allen Vor- und Nachteilen „zu realisieren“ (um nicht in der Idealisierung stecken zu bleiben) und eine „Neuorientierung zu wagen“, die keinen Verrat bedeuten muss.

Bei abnormen, krankhaften und chronischen Trauerreaktionen sollte unbedingt eine Psychotherapie aufgenommen werden, weil es sich dann meist um tiefe, oftmals aus der Kindheit stammende Verluste im Untergrund geht!